Viele Frauen stehen im Hinblick auf den Skandal um möglicherweise gesundheitsgefährdende Silikon-Brustimplantate vor der Entscheidung: Weiter damit leben – oder entfernen bzw. austauschen lassen? Krankenkassen empfehlen betroffenen Frauen, sich die Billig-Implantate aus Frankreich entnehmen zu lassen. Doch die Kosten dafür trägt die Patientin in den meisten Fällen selbst.
Krankenversicherung muss den Einzelfall prüfen
Krankenkassen übernehmen die Kosten an einer Operation zur Entfernung oder dem Austausch der Silikonkissen nur dann vollständig, wenn deren Einsatz aus medizinischen Gründen erfolgt war. Betroffene Frauen müssen somit damit rechnen, an den Kosten für eine Entfernung oder den Ersatz zumindest beteiligt zu werden. Wurden die Implantate in reinen Schönheits-Operationen eingesetzt, so ist eine Kostenübernahmen durch die Krankenversicherung nicht garantiert, wie die Barmer GEK und das Bundesgesundheitsministerium auf Auskunft mitteilten. Die Barmer teilte weiter mit, dass eine Kostenübernahme im Falle einer Implantation aus medizinischen Gründen „kein Problem“ darstelle. Dies müsste jedoch im Einzelfall geprüft werden. Betroffene sollten hierzu mit ihrem Arzt Rücksprache halten.
Krankenkassen und Behörden empfehlen den Austausch der Silikonkissen
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hatte jüngst dazu geraten, eingesetzt Brustimplantate der Firma PIP aus Frankreich sicherheitshalber entfernen zu lassen. Es gebe Hinweise darauf, dass sich bei den Silikonkissen Risse bilden, die wieder das Silikon im Körper freisetzen könnten. Das könnte weitreichende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Allein in Deutschland sind möglicherweise mehrere tausend Frauen betroffen. Erst vor kurzem hatte PIP-Gründer Jean-Claude Mas zugegeben, dass rund drei Viertel aller Prothesen seiner Firma mit einem Billiggel gefüllt gewesen seien. Weltweit wurden Hunderttausende PIP-Implantate verkauft.
Autor/Inhalt: Clarissa Hagenmeyer















