Mit jedem Jahreswechsel werden die Beiträge in einzelnen Tarifen der privaten Krankenversicherung angepasst, auf Deutsch gesagt erhöht. Die Prozentpunkte der Beitragserhöhung sind mal mehr, mal weniger. Aber ganz ohne eine Erhöhung, sei es im Tarif der Vollversicherung mit ambulant/stationär/Zahn, oder in einem der Zusatztarife wie Krankentagegeld geht es doch nicht.
Viele Beitragserhöhungen der Krankenversicherer zum Jahreswechsel
Zum Jahreswechsel 2011/2012 erhöhen etwa ein Dutzend der privaten Krankenversicherungen ihre Beiträge massiv bis drastisch. Presseberichten, dass die Beitragserhöhungen bis zu vierzig Prozent betragen, wird nicht widersprochen. Und die Versicherten fragen sich natürlich, ob das Jahr für Jahr so weitergeht, und wie diese Beiträge von ihnen bezahlt werden sollen. Denn ihr Einkommen steigt keineswegs adäquat, wenn es denn überhaupt steigt.
Weiter steigende Beiträge erwartet
Die Antwort lautet bedauerlicherweise: Es wird zukünftig kaum anders werden. In der privaten Krankenversicherung müssen die Beitragseinnahmen alle medizinischen Ausgaben decken. Die Krankenkassen sind kommerzielle Unternehmen, deren Aufgabe es ist, Umsatz und Gewinn zu machen. Sie sind nicht gemeinnützig und erhalten weder Spenden noch öffentliche Zuschüsse. Da die privaten Krankenkassen gesetzlich verpflichtet sind, bestimmte gesundheitliche Basisleistungen zu erbringen, müssen sie die auch finanzieren. Die Einnahmen orientieren sich an den Ausgaben, nicht umgekehrt. Es geht nicht, dass die Ausgaben nur deswegen gekürzt oder gedeckelt werden, weil die Einnahmen nicht ausreichen.
Viele Gründe für die Beitragserhöhungen
Für die Beitragsentwicklung und die damit verbundenen Beitragserhöhungen gibt es mehrere Gründe, die nicht neu sind. Zu ihnen zählen die allgemeine Kostensteigerung, die stetige Verbesserung des Gesundheitssystems mit der damit verbundenen Kostensteigerung, und das zunehmende Alter der Bevölkerung. Alter ist jedoch nicht mit Gesundheit gleichzusetzen. Älter und immer älter werden heißt in vielen Fällen, dass für einen immer längeren Zeitraum medizinische Hilfe benötigt wird. Sie kostet Geld und muss – aus Beiträgen – bezahlt werden.
Wenn die Versichertengemeinschaft nicht größer wird, die Ausgaben aber steigen, muss die Beitragsentwicklung der Kostensteigerung angepasst werden. Das bedeutet mehr und höhere Beiträge für die Versicherungsnehmer. Denn: Woher soll das Geld sonst kommen, ohne dass bei Art, Umfang und Qualität der Krankenversicherung gespart wird? Wer verzichtet als Privatversicherter im wirklichen Ernstfall schon gerne auf eine zweite, vielleicht dritte Untersuchung, um eine ganz sichere Diagnose zu erhalten?
Denn der Privatversicherte stellt sich in solchen Situationen die Frage, wozu er denn ansonsten überhaupt privat versichert ist! Weitere Infos unter private-krankenversicherung-berlin.info.
Autor/Inhalt: Clarissa Hagenmeyer















