Immer Bürger in Deutschland besitzen keine Krankenversicherung. Zu diesem Ergebnis kommt auch das Zahnmobil, das für das Jahr 2010 Bilanz zog: Das Zahnmobil ist eine gemeinschaftliche Institution von Colgate und Caritas, die sich in Hamburg seit 2008 für sozial benachteiligte Menschen und ihre zahnärztliche Versorgung einsetzt.
Soziale Dienste verzeichnen mehr Menschen ohne Krankenversicherung
In Hamburg steigt die Zahl der Menschen, die auf die Leistungen des Zahnmobils angewiesen sind. Während es im Jahr 2009 noch 642 Menschen waren, die sich behandeln ließen, stieg die Zahl der Patienten im Folgejahr auf bereits 919 an. So wurden 2010 insgesamt 247 Zähne gezogen, 363 Füllungen eingearbeitet. Längst nehmen nicht nur Obdachlose das Angebot in Anspruch: Zunehmend mehr Menschen die keine Krankenversicherung besitzen, sind auf die soziale Institution angewiesen.
Trotz Krankenversicherungspflicht: Viele fallen durchs Raster
Zwar besteht in Deutschland eine gesetzliche Pflicht zur Krankenversicherung – doch viele Bürger haben sie dennoch nicht. Die Zahl der Versicherungslosen steigt kontinuierlich an. Alleine beim Zahnmobil gab jeder zweite Patient an, keine Krankenversicherung zu besitzen. Viele begründen die Tatsache mit finanzieller Armut. Gerade Selbständige und Freiberufler, die nicht Pflichtmitglied in der gesetzlichen Krankenversicherung sind, haben in Zeiten finanzieller Engpässe Probleme, sich richtig zu versichern.
Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung steigt weiter an
Zahlungsschwierigkeiten bestehen nicht nur im Hinblick auf die Krankenversicherung, sondern auch schon alleine bei der Entrichtung der Praxisgebühr: Den Zahnarzt können sich längst nicht mehr alle leisten. Michael Hansen, Projektleiter bei der Caritas, erklärt: „Die Praxisgebühren und auch die Zusatzkosten schrecken viele Menschen vor dem Besuch beim Zahnarzt ab.“ Knapp die Hälfte aller Patienten, die beim Zahnmobil in Hamburg vorstellig werden, haben einen Migrationshintergrund.
Ein Ende des Negativtrends ist derzeit nicht in Sicht: Schon im ersten Halbjahr 2011 konnte das Zahnmobil erneut eine gestiegene Patientennachfrage verzeichnen.
Autor/Inhalt: Clarissa Hagenmeyer















