Das System der gesetzlichen Krankenversicherung befindet sich in der Krise. Mit der Insolvenz der City-BKK wurde erstmals deutlich, wie prekär die Lage auf dem Gesundheitsmarkt ist. Die Krankenkasse, die jüngst geschlossen wurde, war jedoch nicht die einzige, die mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte – auch andere gesetzliche Krankenversicherungen sind in die Schieflage geraten.
Nicht nur City-BKK hatte Probleme – auch andere Kassen kämpfen um Mitglieder
So verzeichnete unter anderem auch die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) einen starken Mitgliederverlust, der insbesondere auf die Erhebung des Zusatzbeitrages zur Krankenversicherung zurückzuführen ist. Viele Mitglieder der Krankenkasse entschieden sich für einen Wechsel in eine Krankenversicherung ohne Zusatzbeitrag, oder nahmen – wenn sie die Voraussetzungen erfüllten – einen Wechsel in die private Krankenversicherung wahr. Mehr als 100.000 Versicherte haben der DAK mit Einführung des Zusatzbeitrages den Rücken gekehrt. Ein schwerer Schlag für die renommierte Krankenversicherungsgesellschaft, die letztendlich auch nur ein Opfer des kränkelnden Gesundheitssystems Deutschlands ist.
Krankenkassen: Finanzielle Schwierigkeiten durch den Gesundheitsfonds
Die Schwierigkeiten der gesetzlichen Krankenkassen ergeben sich unter anderem auch aus dem Gesundheitsfonds, der von der Bundesregierung eingeführt wurde. Dieser bündelt die Finanzen der Kassen, wodurch diese in ihrem eigenständigen Handeln stark eingeschränkt wurden. Bereits im Vorjahr wird festgeschrieben, welche Ausschüttungen vorgenommen werden – auf veränderte Marktbedingungen können die einzelnen Krankenkassen damit nur unzureichend flexibel und schnell reagieren.
Zahlungsschwierigkeiten sind immer mehr an der Tagesordnung. Die Rücklagen im Gesundheitsfonds dagegen wachsen an – und betragen mittlerweile rund zwei Milliarden Euro mehr, als die vorgeschriebene Reserve hergeben müsste. Die Krankenversicherungsgesellschaften können die Gelder aus dem Gesundheitsfonds allerdings nicht nutzen.
Der Versicherte ist schlussendlich der letzte in der Krisenkette, der in Zukunft sicherlich ein weiteres Mal erhöhte Krankenversicherungsbeiträgen, gestrichene Gesundheitsleistungen und weitere Einschränkungen akzeptieren muss.
Wechsel in die PKV immer attraktiver
Der Wechsel in die private Krankenversicherung wird unterdessen immer attraktiver: Die oftmals günstigeren Beiträge und besseren Leistungen veranlassen immer mehr gesetzlich Versicherte dazu, sich mit der PKV und dem Wechsel dorthin auseinanderzusetzen.
Autor/Inhalt: Clarissa Hagenmeyer















