Die Kostenentwicklung in der PKV

Kostenentwicklung in der privaten KrankenversicherungÜber den Wechsel zu einem Anbieter der privaten Krankenversicherung nachzudenken, hat neben dem in Aussicht gestellten Leistungsspektrum meist finanzielle Gründe. Unzählige Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse empfinden ihre Kosten für den gesundheitlichen Versicherungsschutz als zu hoch und möchten durch den Wechsel in die PKV ihren monatlichen Beitrag absenken. Sich der Illusion hinzugeben, dass durch den Wechsel lediglich ein verschwindend geringer Bruchteil an Krankenversicherungskosten zu entrichten ist, die im Laufe von Jahren und Jahrzehnten völlig frei von Beitragserhöhungen sind, ist dabei ein grober Denkfehler. Die Kosten im Gesundheitswesen steigen seit Jahren spürbar und machen neben den Krankenkassen auch vor den privaten Versicherern nicht Halt. Sich kritisch und interessiert mit der Kostenentwicklung auseinanderzusetzen, hilft dennoch dabei, den passenden, privaten Krankenversicherer zu finden.

Höhere Beiträge in der privaten Krankenversicherung

Wer sich über einen Beitragsanstieg der gesetzlichen Krankenkassen ärgert, wie er zuletzt zum Januar 2011 hin beschlossen wurde, sollte sich vor Augen führen, dass es solche Beitragserhöhungen auch in der PKV gibt. Besser gesagt findet hier zum Ende eines jeden Versicherungsjahres eine Beitragsanpassung statt, d.h. die Versicherung prüft ihre eigenen, wirtschaftlichen Fähigkeiten und justiert das Versicherungsrisiko für jedes einzelne Mitglied neu aus. Das es hierbei über viele Jahre hinweg zu Beitragserhöhungen für ein Mitglied der PKV kommt, ist alleine aus biologischen Gründen nachvollziehbar, da der Versicherte altert und mit wachsendem Lebensalter ein größeres, versicherungstechnisches Risiko für zahlreiche Erkrankungen darstellt. Anstatt alleine einen Blick darauf zu werfen, dass jedes System mit einer wachsenden Kostenentwicklung zu kämpfen hat, sollte der Fokus des einzelnen Versicherten darauf gelegt werden, in welchem Maße der Kostenanstieg bislang ausgefallen ist und so möglicherweise auch in Zukunft ausfallen wird.

GKV und PKV gezielt gegenüberstellen

Stellt man den Kostenanstieg der gesetzlichen Krankenkassen sowie der PKV in den letzten Jahrzehnten vergleichsweise gegenüber, bietet sich ein vergleichbarer Kostenanstieg. Hieraus sollte jedoch nicht der falsche Schluss gezogen werden, dass die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung faktisch egal wäre. Zum einen muss die Grundlage der Beiträge betrachtet werden, z.B. in Gestalt des ersten Beitrags nach Wechsel in die PKV. Findet dieser Wechsel sehr früh im Leben statt, fällt der Beitrag vergleichsweise niedrig aus und macht zunächst Einsparungen gegenüber einer gesetzlichen Krankenkasse möglich. Findet in den Folgejahren ein prozentualer Anstieg der Kosten statt, wirkt sich dieser dann weniger stark aus, wenn von einem geringeren Startbetrag aus erhöht wird - eine Berechnung, die so für zahlreiche Mitglieder in der PKV richtig ist.

Nicht auf Kosten, sondern auf Leistung achten

Zum anderen sollten Versicherte niemals alleine nur den Kostenaspekt betrachten, sondern diesen dem gebotenen Leistungsaspekt gegenüberstellen. Viele Versicherte bevorzugen in der heutigen Zeit den Schutz durch einen privaten Krankenversicherer, da hier standardmäßig zahlreiche Versicherungsleistungen geboten werden, die in dieser Weise nicht mehr im standardisierten Angebot einer gesetzlichen Krankenkasse vorkommen. Und nicht wenige Bundesbürger sind gerne bereit, einen etwas höheren Monatsbeitrag in ihren gesundheitlichen Schutz zu investieren, sofern sie hierdurch die Sicherheit erhalten, dauerhaft von einem ansprechenden und umfassenden Leistungsspektrum profitieren zu können.

PKV Beitrags- und Tarifrechner

Eine gewisse Hilfe bzw. einen Anhaltspunkt bei der Entscheidung für eine PKV bieten Online-Rechner. Hier muss zwischen einem Beitrags- und einem Tarifrechner unterschieden werden. Der Beitragsrechner ähnelt am ehesten einer Art Preisvergleich. Dem gegenüber werden bei einem Tarifrechner, die zum Tarif gehörenden Leistungen mit berücksichtigt. Beide PKV Rechner dienen vorrangig dazu sich einen Überblick zu verschaffen und ersetzen in keinem Fall ein umfassendes Beratungsgespräch mit einem unabhängigen Berater.

Lösungen gegen die steigende Kostenentwicklung

Natürlich kann das einzelne Mitglied einer privaten Krankenversicherung nicht beeinflussen, wie teuer Behandlungen oder Medikamente in fünf oder zehn Jahren sein werden. Bei der Betrachtung sämtlicher Tarife, die ein Versicherungsunternehmen anbietet, werden jedoch seit Jahren Alternativen angeboten, die eine Absenkung der Kosten möglich machen und so der steigenden Kostenentwicklung entgegenwirken. Zum einen kann sich der Versicherte für eine Umtarifierung entscheiden und auf Leistungen verzichten, die individuell keine große Rolle spielen. Durch das Einsparen dieser Leistungen werden auch die monatlichen Beiträge positiv beeinflusst. Zum anderen kann sich der Versicherte für einen Selbstbehalt entscheiden, d.h. im Falle einer Erkrankung die Kosten bis zu einem Maximalbetrag selbst übernehmen. Die fortlaufenden Kosten, die eine monatliche Beitragszahlung mitbringen, würden so ebenfalls spürbar abgesenkt.