
Steigende Kosten im Gesundheitswesen sind nicht alleine ein Problem der gesetzlichen Krankenkassen, sondern spiegeln sich auch zunehmend in den Tarifen der privaten Krankenversicherungen wider. Wer Mitglied bei einem Unternehmen der PKV ist oder zeitnah werden möchte, hat daher ein natürliches Interesse, diesen steigenden Kosten entgegenzutreten und durch Sonderformen der Tarifierung einen ansprechend niedrigen Monatsbeitrag zu erhalten. Seit einigen Jahren hat sich zu diesem Zweck die Eigenbeteiligung beim Versicherungsschutz der PKV durchgesetzt, der gerade bei jüngeren Versicherungsnehmern eine große Beliebtheit genießt. In diesem Fall übernimmt der Versicherte eine Selbstbeteiligung für seinen Versicherungsschutz, erst hiernach übernimmt der private Krankenversicherer alle weiteren, anfallenden Kosten im Sinne des Versicherungsvertrages.
Die Grundidee des Selbstbehaltes in der PKV ist für alle Versicherungsnehmer keine Neuerung, die ein Kraftfahrzeug besitzen und schon einmal eine Kaskoversicherung abgeschlossen haben. In dieser Versicherungssparte ist es seit Jahrzehnten eine übliche Versicherungsoptionen, den Geschädigten an den Kosten eines Schadens bis zu einem Maximalbetrag zu beteiligen. Dieser kann z.B. 150 Euro oder 300 Euro betragen, Schäden bis zu dieser Summe werden alleine durch den Versicherungsnehmer beglichen. Sollte es zu einem finanziell kostspieligeren Schaden kommen, übernimmt die Versicherung alle weiteren Kosten, die über diesen Maximalbetrag hinausgehen. Je höher der gewählte Selbstbehalt festgelegt wurde, umso niedriger ist der monatlich durch den Versicherten zu zahlende Beitrag.
Das gleiche Prinzip wird mittlerweile auch von immer mehr privaten Krankenversicherungen angeboten. Ist ein Arztbesuch oder eine Behandlungsmaßnahme möglich, sind die Kosten für diese zunächst komplett durch den Patienten zu übernehmen. Wird die Behandlung kostspieliger und übersteigt in ihrer Gesamtsumme den als Selbstbehalt festgelegten Betrag, zahlt die Versicherung den Anteil, der über die festgelegte Selbstbeteiligung hinausgeht. Die meisten Unternehmen der PKV bieten ein fein gestaffeltes System für die Selbstbeteiligung an, so dass hier ganz individuellen nach den eigenen, finanziellen Möglichkeiten diese Größe festgelegt werden kann.
Die Eigenbeteiligung ist zu einem der effektivsten Mittel geworden, als Versicherter in der PKV aktiv auf die Höhe des Monatsbeitrags Einfluss zu nehmen. Bei der Wahl eines relativ hohen Selbstbehaltes kann der Versicherungsbeitrag spürbar reduziert werden, was gerade bei steigenden Kosten im Gesundheitswesen einen reizvollen Neutralisierungseffekt mit sich bringt. Im Vergleich zu anderen Maßnahmen wie einer Umtarifierung mit geringeren Leistungen, kann sich jeder Versicherte weiterhin an einem vollen Leistungskatalog erfreuen. Sollte es zu einer Behandlung und somit zur Leistung der Eigenbeteiligung kommen, bleibt diese als Kostenfaktor für den einzelnen Versicherten realistisch abschätzbar und nimmt maximal die Höhe des festgelegten Selbstbehaltes an.
Besonders profitieren junge und gesunde Menschen vom Prinzip der Eigenbeteiligung. In diesem Lebensalter ist es aus gesundheitlichen Gründen oftmals möglich, über Monate oder Jahre hinweg auf den Besuch eines Arztes zu verzichten. In der gesamten Zeitspanne ist kein Selbstbehalt zu entrichten, alleine der niedrigere Monatsbeitrag sorgt für eine finanzielle Entlastung.
Wer sich für die Eigenbeteiligung in einer bestimmten Höhe entscheidet, sollte sich vor Augen führen, dass keine private Krankenversicherung verpflichtet ist, in späteren Lebensjahren automatisch auf eine niedrigere Selbstbeteiligung umzustellen. Verständlicherweise wird kein Versicherungsunternehmen dem einzelnen Versicherte Einsparmöglichkeiten in jungen Jahren bieten wollen, während im höheren Alter mit einem größeren Krankheitsrisiko sämtliche Kosten alleine auf den Versicherer abgewälzt werden sollen. Zwar ist die Absenkung des Selbstbehaltes je nach Versicherer und individuellen Rahmenwerten möglich, jedoch sollte in keinem Fall mit einem solchen Entgegenkommen gerechnet werden.
Wer sich trotz dieses Risikos für eine Selbstbeteiligung entscheidet, sollte sich viel Zeit lassen, die korrekte Höhe des Selbstbehaltes festzulegen. Diese sollte ein gesundes Maß zwischen Beitragsreduktion und zu allen Lebenszeiten tragbare Kostenbelastung darstellen, um nicht nur heute, sondern auch morgen und in einigen Jahrzehnten von dieser interessanten Tarifvariante profitieren zu können. Alle weiteren Infors zur Selbstbeteiligung erhalten Sie im private Krankenversicherung Vergleich.